
Projekt GGBB 2030
Die Arbeitswelt verändert sich schnell – und natürlich betrifft das auch die Grundbildung im Gastgewerbe. Junge Menschen haben heute andere Erwartungen an ihre Ausbildung, gleichzeitig verändern sich auch die Anforderungen in den Betrieben laufend.
Mit dem Projekt «Gastgewerbliche Berufsbildung 2030» wollen wir die Grundbildung deshalb gemeinsam weiterdenken und fit für die Zukunft machen. Dabei geht es um Berufsbilder, Erwartungen und die Frage, was die Branche künftig wirklich braucht. Umso wichtiger war es, die Meinungen und Sichtweisen aus der Branche direkt einzubeziehen.
Wie sich das Projekt bisher entwickelt hat, welche Meilensteine bereits erreicht wurden und was uns in den kommenden Monaten noch erwartet, erfährst du im Projektverlauf.
13.07.2026: Alternative Ausbildungsmodelle: «Lehrbetriebsverbunde als alternative Lösung»
Die Auswertung zeigt: Alternative Ausbildungsmodelle bieten für die Hotellerie und Gastronomie echtes Potenzial. Zwar wird das Modell des Lehrbetriebsverbunds in der direkten Bewertung zunächst eher zurückhaltend eingeschätzt, die vertiefenden Rückmeldungen zeichnen jedoch ein differenzierteres Bild.
Ein schulisch organisiertes Basisjahr findet bei Schülerinnen und Schülern sowie Lernenden zwar keine breite Zustimmung. Die Kommentare zeigen jedoch, dass ein praxisnahes Einstiegsmodell mit breit aufgebauten Kompetenzen durchaus auf Interesse stossen könnte.
Besonders deutlich ist die Haltung gegenüber Lehrbetriebsverbünden: Schülerinnen und Schüler, deren Eltern sowie aktuelle und ehemalige Lernende beurteilen dieses Modell mehrheitlich positiv. In allen drei Zielgruppen liegt die Zustimmung bei über 70 %.
Zurückhaltender zeigen sich die heutigen Lehrbetriebe. Nur 51 % erkennen einen konkreten Mehrwert in einem Lehrbetriebsverbund. Damit wird deutlich: Bestehende Ausbildungsbetriebe lassen sich nur überzeugen, wenn der Verbund nachweislich entlastet – insbesondere bei Administration, Koordination und Betreuung. Fehlen einfache und effiziente Prozesse, besteht die Gefahr, dass das Modell als zusätzlicher Aufwand wahrgenommen wird.
Anders präsentiert sich die Situation bei Betrieben, die aktuell keine Lernenden ausbilden. Die Ergebnisse zeigen, dass geteilte Verantwortung, externe Begleitung und Unterstützung bei der Rekrutierung zentrale Hürden abbauen können. Gerade diese Zielgruppe bietet somit das grösste Potenzial, zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen.
Dass viele nicht ausbildende Betriebe fehlende Zeitressourcen und mangelndes Fachpersonal als Hauptgründe gegen die Ausbildung von Lernenden nennen, unterstreicht dieses Potenzial zusätzlich. Lehrbetriebsverbünde könnten hier einen wirkungsvollen Hebel darstellen, um das Lehrstellenangebot in der Hotellerie und Gastronomie nachhaltig auszubauen.
Gleichzeitig deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Lehrbetriebsverbünde nicht nur Betriebe entlasten, sondern auch die Attraktivität des Berufseinstiegs in die Branche erhöhen könnten. Nächste Woche stellen wir diesen Erkenntnissen die Resultate zu den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gegenüber und zeigen auf, welche Faktoren die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe zusätzlich beeinflussen.
06.07.2026: Die Qualität einer Lehre beginnt bei der Betreuung
Die Ergebnisse der Umfrage zeigen: Wertschätzung, Verantwortung und praktische Lernfortschritte sind entscheidend für Motivation und Zufriedenheit von Lernenden.
Die Betreuung durch berufsbildende Personen ist aus Sicht der befragten Lernenden das wichtigste Qualitätsmerkmal einer guten Lehre. Dies zeigt die Umfrage mit Fragen zur Zufriedenheit und Motivation während der beruflichen Grundbildung.
Eine gute Lehre lebt nicht nur von den vermittelten Inhalten, sondern vor allem von der Art und Weise, wie Lernende begleitet, gefördert und in ihrer Entwicklung unterstützt werden. Besonders zentral sind dabei Wertschätzung, Anerkennung, regelmässiges Feedback sowie das schrittweise Übertragen von Verantwortung. Diese Faktoren tragen wesentlich dazu bei, dass Lernende motiviert bleiben und ihre Ausbildung als sinnvoll und stärkend erleben.
Über alle befragten Zielgruppen hinweg zeigt sich, dass spürbare Lernfortschritte einen grossen Einfluss auf Motivation und Zufriedenheit haben. Lernende möchten erleben, dass sie sich weiterentwickeln, Aufgaben zunehmend selbstständiger bewältigen und ihre Kompetenzen im Berufsalltag anwenden können. Als besonders wirksam wird das Lernen anhand praktischer Handlungen eingeschätzt. Die grosse Mehrheit der Befragten gibt an, dass praxisnahes Lernen in Verbindung mit guter Betreuung nicht nur den grössten Nutzen bringt, sondern junge Menschen auch am stärksten zum Lernen motiviert.
Bei den zentralen Lernthemen wird theoretisches Berufswissen von vielen Befragten weiterhin als sehr wichtig eingestuft. Für aktuelle Lernende ist jedoch entscheidend, dass dieses Wissen direkt in der täglichen Praxis angewendet werden kann. Neben fachlichen Kompetenzen gewinnen überfachliche Fähigkeiten an Bedeutung. Insbesondere Offenheit für Neues sowie der Umgang mit Rückschlägen und Stress werden als wichtige Kompetenzen für die Zukunft genannt. Zurückhaltender beurteilt wird hingegen die Vermittlung digitaler Kompetenzen als eigenständiger Inhalt der Lehre. Der konkrete Nutzen wird im Rahmen der Ausbildung kritisch hinterfragt.
Die Umfrage bestätigt damit: Qualität in der Lehre entsteht dort, wo Lernende gut begleitet werden, Verantwortung übernehmen dürfen, theoretisches Wissen anwendbar ist und Fortschritte im Berufsalltag sichtbar werden und kontinuierlich zurückgemeldet werden.
In der Folgewoche veröffentlichen wir die Erkenntnisse aus der Umfrage bezüglich künftigen möglichen Ausbildungsmodellen.
29.06.2026: Wochenschule als bevorzugtes Schulmodell bei jungen Menschen
Im Rahmen der Projektumfrage wurden die Teilnehmenden zu verschiedenen möglichen Schulmodellen befragt. Über alle Zielgruppen hinweg zeigt sich dabei eine klare Präferenz zu Gunsten der Wochenschule.
Betriebe, die aktuell keine Lernenden ausbilden, können sich als Alternative auch eine Berufsfachschule im Blockmodell vorstellen. Unterschiedliche Einschätzungen ergeben sich hingegen beim schulisch organisierten Vorbereitungsjahr, dem sogenannten Basisjahr. Während Vertreterinnen und Vertreter aus Betrieben sowie Berufsfachschulen dieses Modell grundsätzlich als eine mögliche Ergänzung zur Wochenschule sehen, stösst es bei aktuellen Lernenden sowie Schülerinnen und Schülern der Oberstufe auf deutlich weniger Zustimmung.
Bei der Frage «Welche dieser Ausbildungs- oder Schulmodelle findest du gut?» bewerten Schülerinnen und Schüler der Oberstufe das Basisjahr noch zu 50 % positiv (10 % «stimme vollzu», 40 % «stimme eher zu»). Aktuelle Lernende stehen diesem Modell kritischer gegenüber: Nur 40 % stimmen zu. (10 % «stimme voll zu», 30 % «stimme eher zu»).
Deutlich besser schneidet die Wochenschule ab. Sie erreicht eine Zustimmung von insgesamt 80 %, wobei sich die Hälfte der Befragten mit «stimme voll zu» klar dafür ausspricht.
Detaillierte Erkenntnisse zu den bisher veröffentlichten Themen der Umfrage stehen in den Statusberichten unter «Downloads» zur Verfügung.
In der kommenden Woche veröffentlichen wir weitere Ergebnisse der Umfrage. Im Fokus stehen dann die Rückmeldungen zur Qualität und zu den Inhalten der Ausbildungen sowie jene Faktoren, die Lernende als besonders wichtig für ihre Zufriedenheit und Motivation beurteilen.
22.06.2026: Planung ist das A und O.
Die Ergebnisse der Umfrage zeigen über alle Zielgruppen hinweg ein klares Bild: Wenn es darum geht, was Lernende langfristig in der Branche halten könnte, steht die Planbarkeit der Freizeit an erster Stelle.
Bemerkenswert ist dabei, dass dieser Aspekt bei der Frage zur Berufswahl «Was macht eine gute Lehre aus?» bei Schülerinnen und Schülern der Oberstufe nicht den ersten Platz einnimmt. Ein Vergleich mit den Antworten während der Lehrzeit und einem Verbleib in der Branche bestätigt jedoch die Bedeutung dieses Themas. Insbesondere das Verhältnis von Arbeitszeit und Freizeit wirkt sich deutlich auf die Zufriedenheit aus. Die Vertreter der Ausbildungsbetriebe erachten diesen Aspekt ebenfalls als wichtig.
Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass sich Prioritäten im Verlauf der Ausbildung verändern können. Während zu Beginn andere Faktoren stärker im Vordergrund stehen, gewinnt die Frage der Vereinbarkeit von Arbeit und Freizeit im Laufe der Zeit an Bedeutung.
In diesem Zusammenhang wurden aktuelle und ehemalige Lernende nach typischen Eigenschaften ihres Ausbildungsberufes befragt. Die Vereinbarkeit von Beruf und Freizeit landete dabei auf dem letzten Platz. Bei den abgegebenen Kommentaren geben viele aktuelle und ehemalige Lernende an, dass der ausgewählte Beruf grundsätzlich gefällt. Der gewählte Beruf an sich ist sehr interessant und sie erleben ihn als abwechslungsreich, kreativ und sinnstiftend. Allerdings werden Unregelmässigkeiten bei Arbeitszeiten am häufigsten als Kritikpunkt genannt.
Entscheidend scheint bei der Berufswahl, während und nach der Lehre somit nicht allein zu sein, dass in der Branche auch abends oder am Wochenende gearbeitet wird. Vielmehr geht es um die Verlässlichkeit der Planung. Genau diese Planbarkeit könnte zu einem wichtigen Faktor werden, wenn es darum geht, junge Menschen für die Branche zu begeistern und langfristig in der Branche zu halten. Nächste Woche werden weitere Rückmeldungen aus der Umfrage zu Gestaltungsmöglichkeiten der Grundbildungen in Bezug auf Schulmodelle veröffentlicht.
15.06.2026: Gutes Arbeitsklima und Wertschätzung sind gefragt
Eine zentrale Erkenntnis aus der Auswertung zur Frage «Was macht, neben den Inhalten selbst, eine gute Lehre aus?» ist, dass der Einsatz moderner Technologien über alle Zielgruppen hinweg nicht als besonders wichtig angesehen wird. Vielmehr stehen Wertschätzung und ein gutes Arbeitsklima am Arbeitsplatz im Vordergrund.
Während Schülerinnen und Schüler die Vereinbarkeit von Beruf und Freizeit als weiteren wichtigen Punkt nennen, gehört dieser Aspekt bei aktuellen und ehemaligen Lernenden der Branche nicht zu den drei wichtigsten Kriterien. Den Befragten dieser beiden Zielgruppen ist deutlich wichtiger, dass die Lehre international Anerkennung findet.
Diese Erkenntnisse werden wir in der nächsten Woche mit den Ergebnissen zur Frage nach dem Verbleib in der Branche vergleichen.
08.06.2026: Generalisten statt Spezialisten
Die Branche wünscht sich auch in Zukunft breit aufgestellte Grundbildungen. Spezialisierungen sollen erst nach der Lehre erfolgen. Diese Einschätzung wird von den verschiedenen Zielgruppen weitgehend geteilt.
Das passt auch zu einem weiteren Ergebnis der Auswertung. Gerade jüngere Menschen schätzen die Vielseitigkeit und Abwechslung im Gastgewerbe. Generalistische Grundbildungen schaffen dafür eine wichtige Grundlage und eröffnen unterschiedliche Entwicklungsmöglichkeiten.
Einigkeit besteht zudem darin, dass die bestehenden Grundbildungen weiterentwickelt werden müssen. Zusätzliche Berufe in der Gastronomie werden hingegen eher kritisch beurteilt. Statt weiterer Spezialisierungen wünschen sich viele Befragte eine übersichtlichere Bildungslandschaft mit weniger, dafür klar positionierten Berufen.
Welche Auswirkungen diese Erkenntnisse auf die Berufsbilder der Zukunft haben könnten, möchten wir im zweiten Halbjahr 2026 gemeinsam mit interessierten Berufsleuten diskutieren. Du möchtest deine Erfahrungen und Ideen einbringen? Dann melde dich über das Formular unter „Mach mit!“ an und gestalte die Zukunft der Branche aktiv mit.
In der nächsten Woche werfen wir einen Blick auf die Frage, was, neben den Ausbildungsinhalten, eine gute Lehre ausmacht.
01.06.2026: Kommunikation und Kollaboration sind wichtiger als Kreativität und kritisches Denken
Die Auswertung der Fragen zu den Kompetenzen von morgen zeigt deutlich, wohin die Reise geht: Kreativität und kritisches Denken allein werden künftig nicht mehr ausreichen. Besonders Kommunikation und Kollaboration, also die Fähigkeit, sich auszutauschen, gemeinsam Lösungen zu entwickeln und erfolgreich im Team zu arbeiten, gewinnen weiter an Bedeutung.
Ebenfalls stark gewichtet werden Flexibilität, Offenheit gegenüber neuen Entwicklungen sowie ein souveräner Umgang mit anspruchsvollen und stressigen Situationen. Die Befragten sind sich einig: Diese Fähigkeiten werden die Berufsbilder der Zukunft entscheidend prägen.
Wie sehen die Berufsbilder der Zukunft aus? Dieser Frage widmen wir uns in der nächsten Woche.
26.05.2026: Die Umfrage ist abgeschlossen
Die ersten Auswertungen zeigen: Die Hotellerie- und Gastronomiebranche bietet jungen Menschen zum Lehrstart zahlreiche attraktive Perspektiven. Besonders geschätzt werden die vielfältigen Möglichkeiten für Auslandserfahrungen sowie der starke Teamgeist und die Zusammenarbeit mit anderen Menschen.
Derzeit werden die Antworten zu den Berufsbildern von morgen ausgewertet. Die Ergebnisse dazu teilen wir euch schon mit.
Danke! Du bist nur noch wenige Angaben davon entfernt, die Berufe von morgen mitzugestalten.